Versand ab D & CH  Produkte auch in Apotheken erhältlich  Direkt vom Hersteller Versand ab D & CH 

Sonderformen des starken Schwitzens

Neben der Chromhidrose, Anhidrose und des Gustatorisches Schwitzen / Frey-Syndrom gehen wir auch auf folgende Themen ein:

Chromhidrose

"Chromhidrose = farbiger Schweiß"

Unter Chromhidrose versteht man die Absonderung von farbigem Schweiß. Dieser ‚Farbschweiß’ kann im Einzelfall die Farben Gelb, Grün, Blau oder Schwarz haben. Die Erkrankung tritt selten auf, ist jedoch für die Betroffenen oft mit einer hohen psychischen Belastung verbunden. Dabei werden einige verschiedene Formen der Chromhidrose unterschieden:

Am häufigsten tritt die apokrine Chromhidrose auf. Hierbei sammelt sich das ‚Alterspigment’ Lipofuszin (oder auch Lipofuscin) in apokrinen Schweißdrüsen. Lipofuszin entsteht durch Oxidationsprozesse in den Zellmembranen und sammelt sich bei älteren Menschen zum Beispiel als Altersflecken auf dem Handrücken. Unter der Achsel kann es sich in Form von Lipofuscingranula in den Schweißdrüsen sammeln. Je nach Grad der Oxidation entsteht hierdurch Schweiß in unterschiedlichen Farbtönen. Bei der ekkrinen Chromhidrose sondern die ekkrinen Schweißdrüsen farbigen Schweiß ab. Dieses Bild ist extrem selten. Es kann hervorgerufen werden durch die Einnahme wasserlöslicher Farbstoffe, die dann durch die ekkrinen Schweißzellen mit dem wässrigen ekkrinen Schweiß wieder ausgeschieden werden.

Bei der Pseudochromhidrose ist der Schweiß eigentlich farblos. Die Haut ist jedoch mit Farbstoff bildenden Mikroorganismen besiedelt, mit denen der Schweiß nun zusammentrifft und sich dabei verfärbt. Meistens entsteht auf diese Art eine Braunfärbung oder Rotfärbung des Schweißes, obwohl keine eigentliche Chromhidrose vorliegt. Ebenfalls keine Chromhidrose sind die Hämhidrose (Ausscheiden von Blut im Schweiß durch Veranlagung oder extreme Angst) und die Ochronose, eine Stoffwechselerkrankung. Zur Behandlung einer Chromhidrose kommt oft Botox zum Einsatz, das dann regelmäßig gespritzt werden muss. Antitranspirante können das Schwitzen und damit die Absonderung des farbigen Schweißes reduzieren.

Anhidrose

"Anhidrose = unfähig zu schwitzen"

Unter Anhidrose versteht man die Unfähigkeit zu schwitzen. Eine Anhidrose kann sich auf einzelne Körperzonen beschränken, seltener ist der ganze Körper betroffen. Da das Schwitzen wichtige Funktionen für die Thermoregulation des Körpers und auch die Gesunderhaltung der Haut spielt, gehen mit der Anhidrose hohe Risiken einher, insbesondere bei Hitze und körperlicher Anstrengung. Anhidrose tritt nie primär auf, sondern ist immer die Folgeerscheinung anderer Erkrankungen.

Da das Schwitzen auf der Haut stattfindet, aber durch das sympathische Nervensystem geregelt wird, ist Anhidrose meistens entweder auf Schädigungen der Haut oder des Nervensystems zurückzuführen. Zudem kann Anhidrose temporär durch Dehydrierung hervorgerufen werden, zum Beispiel durch Durchfall oder Erbrechen oder auch körperliche Anstrengung und unzureichendes Trinken. Dieser Zustand kann dann durch Zufuhr von Flüssigkeit, eventuell Infusionen, behoben werden. Manche Medikamente wie zum Beispiel Mittel gegen Inkontinenz, aber auch Antihistaminika, wie sie bei Allergien gegeben werden, können ebenfalls die Fähigkeit zu schwitzen vermindern.

Schädigungen der Haut, die Anhidrose hervorrufen können, sind zum Beispiel Verbrennungen, auch durch radioaktive Strahlung, Verhärtungen der Haut und Hauterkrankungen wie Ichthyosen. In diesen Fällen ist die Anhidrose auf das betroffene Areal der Haut beschränkt. Ist dieses klein, fällt die Anhidrose kaum ins Gewicht. Es gibt auch angeborene Hauterkrankungen, bei denen gar keine Schweißdrüsen vorhanden sind (Schweißdrüsenaplasie). In diesem Fall ist es besonders wichtig, den Körper vor Überhitzung zu schützen. Schädigungen des Nervensystems können zum Beispiel durch Rückenmarksverletzungen, aber auch durch Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Multiple Sklerose oder Polyneuropathien entstehen. Ist das sympathische Nervensystem betroffen, kann neben Verdauung, Blutdruck und Herzschlag auch das Schwitzen betroffen sein.

Typische Symptome für eine Anhidrose sind rissige, trockene und entzündete Haut, Hitzegefühl, Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, häufiges Erröten, Muskelkrämpfe. Liegt eine Überhitzung vor, können Hitzeschäden wie Hitzekrämpfe, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag die Folge sein. Patienten mit Anhidrose sollten Hitze und starke Anstrengungen vermeiden. Kühlsprays und feuchte Tücher können den Körper abkühlen helfen. Die oft rissige, trockene Haut muss auf jeden Fall mit geeigneten Präparaten gepflegt werden. Der geeignete Sport für Patienten mit Anhidrose ist das Schwimmen, weil hier der Körper schon während der Anstrengung gekühlt wird.

Gustatorisches Schwitzen / Frey-Syndrom

"Gustatorisches Schwitzen / Frey-Syndrom = Schwitzen beim Essen oder dessen Duftes"

Beim gustatorischen Schwitzen oder Frey-Syndrom handelt es sich um eine übermäßige Schweißbildung, die durch jeden gustatorischen Reiz wie Kauen, Lutschen oder den Geruch von Essen ausgelöst werden kann.

Das Frey-Syndrom ist nicht zu verwechseln mit einem ‚normalen’ oder auch verstärkten Schwitzen nach dem Genuss gewisser Mahlzeiten. Manche Geschmacksreize oder auch Inhaltsstoffe von Essen werden vom Körper als Wärmereiz interpretiert, zum Beispiel sehr scharfe Essen. Der Körper reagiert dann wie bei Hitze und schwitzt zur Abkühlung. Diese Art der Schweißbildung ist dann zum Beispiel auf der Oberlippe und Stirn, manchmal am ganzen Körper, mehr oder minder stark zu beobachten – jedenfalls aber symmetrisch. Das Frey-Syndrom hingegen tritt nach einer Verletzung der Ohr- oder Unterkieferspeicheldrüse auf. Vermutlich vernetzen sich die verletzten Nerven statt an den Speicheldrüsen an Schweißdrüsen, so dass nun immer, wenn eigentlich eine Speichelbildung ausgelöst werden sollte, ein Schwitzen ausgelöst wird. Typisch für das gustatorische Schwitzen ist die Tatsache, dass immer nur eine Gesichtshälfte betroffen ist. Zur reinen Schweißbildung kommen oft Taubheitsgefühle, Schwellungen, Rötungen oder Schmerzen hinzu.

Behandeln lässt sich das Frey-Syndrom mit Botox-Spritzen, was aber regelmäßig wiederholt werden muss und im Gesicht recht schmerzhaft ist. Bei schwächerer Ausprägung können auch Antitranspirante, die für das Gesicht geeignet sind, hilfreich sein.